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Die Krise mit der "Krise" - 11. November 2019

veröffentlicht unter  https://www.lebensberater-noe.at/krise-mit-der-krise/


Heilt die Zeit alle Wunden ? - 2. September 2019

Als ich im Alter von 7 Jahren aufgrund meiner Abenteuerlust mitten in Glasscherben gelandet bin und ich mehrfach genäht werden musste, tröstete mich meine Mutter unter anderem mit den Worten "Die Zeit heilt alle Wunden". 

Dieses Credo hatte ich auch verinnerlicht, als ich mit 14 Jahren einen wunderbaren und sehr wichtigten Menschen an Krebs verlor - leider ohne mich verabschieden zu können. Auch beim ersten (zweiten, dritten,...) Liebeskummer dachte ich daran (Liebeskummer ist ja meiner Meinung nach einer der schmerzhaftesten Zustände im Leben), bei Job- und Beziehungsproblemen oder als ich selber sehr krank wurde. In Situationen, wo ich stark an mir gezweifelt habe, wo es mir den Boden unter den Füßen weggezogen hat, wo Menschen mich verlassen haben, Wünsche sich nicht erfüllt haben, obwohl ich mein Bestes gegeben hatte, wo ich Fehler gemacht habe, "gescheitert" bin,... immer dann dachte ich daran: "Wenn nichts mehr hilft, dann hilft die Zeit. Die Zeit heilt alle Wunden."

Mit 35 Jahren und vielen gesammelten Erfahrungen in meinem Leben, mit so einigen Hochs und Tiefs, möchte ich feststellen: "Meine Mutter hat es gut gemeint, aber nein, die Zeit heilt definitiv nicht alle Wunden!"

Es gibt Wunden, die sich entzünden, wenn man sie falsch behandelt. Es gibt Wunden, die brauchen nur Desinfektion und frische Luft. Es gibt Wunden, die brauchen spezielle Zuwendung. Es gibt Wunden, die brauchen eine gute Erstversorgung. Es gibt Wunden, die brauchen ständige Betreuung. Wesentlich ist die Beschaffenheit unserer Haut, der liebevolle Umgang mit unserem Körper, Ruhe und Entspannung und individuelle Faktoren, die für uns hilfreich sind, um zu heilen...

Im Umgang mit unseren Wunden geht es um ein großes Herz, um ganz viel Liebe und Selbstliebe. Es geht darum, verzeihen zu können (sich selbst und anderen). Dabei kann eine Unterstützung und Begleitung durch eine/n psychosozialen BeraterIn, eine/n CoachIn, o.Ä. oft sehr hilfreich sein. Es geht um Zuspruch, um Verständnis, um Annahme und um Loslassen. Loslassen ist ja mitunter eine der größten und schwierigsten Übungen in unserem Leben. 

Sehr hilfreich war für mich auch immer der Glaube an eine größere Ordnung im Leben, daran, dass alles einen Sinn hat, den wir früher oder später begreifen werden, wenn wir nur wollen. Vor allem geht es im Leben sehr oft auch um unsere Haltung. "In Geschichten werden Erfahrungen zusammengefasst, ja über Geschichten können Erfahrungen auch nur erinnert werden."

Letztendlich entscheiden wir, wie wir unsere Erfahrungen erzählen wollen. Damit meine ich: Aus welcher Haltung heraus wollen wir sie erzählen? Wollen wir Opfer unserer Schicksalsschläge und leidvollen Erfahrungen sein? Oder wollen wir wachsen an den Herausforderungen, die uns das Leben immer wieder stellt? Letztlich können wir in jeder Erfahrung, in jeder Begegnung das Positive finden, wir können das halb-volle (und nicht das halb-leere) Glas sehen und unseren Erfahrungen einen ganz individuellen Sinn geben.


Ist Selbstliebe egoistisch ? - 3. Juni 2019

Dass Selbstliebe rein gar nichts mit Egoismus zu tun hat, darauf wies bereits der Psychologe Erich Fromm hin: "Es stimmt, dass selbstsüchtige Menschen unfähig sind, andere zu lieben. Sie sind jedoch genauso unfähig, sich selbst zu lieben."

Selbstbezogenheit ist demzufolge nichts anderes als der Mangel an (Selbst)Liebe. Vielen Menschen fällt es schwer, für sich selbst zu sorgen und liebevoll und sanft mit sich selbst umzugehen. Vor allem diejenigen unter uns (und da gibt es viele), die in einer Umgebung aufgewachsen sind, in der Werte wie Erfolg, Leistungsorientierung und Arbeit sehr wichtig waren und wo die Überzeugung dominierte, dass man hart und diszipliniert sein muss, wenn man es im Leben zu etwas bringen will, tun sich mit der Selbstliebe besonders schwer. 

Männer sehen in Sanftheit und Fürsorge oft ein Zeichen von Schwäche, Frauen opfern sich häufig für andere auf und verabsäumen es dabei, sich liebevoll und ohne schlechtes Gewissen um sich selbst zu kümmern. 

Wenn wir ehrlich sind, fühlen wir uns alle ein bisschen unbehaglich und schuldbewusst beim Gedanken, uns selbst bedingungslos zu lieben. So ganz ohne Leistung? Dürfen wir uns überhaupt so wichtig nehmen?

Ja genau das dürfen und sollen wir auch! Wie sollen uns andere lieben, wenn wir es selbst nicht tun?! 

Das Leben kann viel schöner und leichter sein, wenn wir uns selbst die Aufmerksamkeit geben, die wir verdienen, wenn wir uns selbst so behandeln, wie wir es mit geliebten Menschen tun, die wir ganz selbstverständlich in den Arm nehmen, sie trösten, denen wir Mut zusprechen und Mitgefühl entgegenbringen. 

Unterstützung, Beratung, Begleitung und Coaching können gerade im Bereich der Selbstliebe und Liebe sehr hilfreich sein. Dabei geht es häufig um eine Auseinandersetzung mit den eigenen Werten und Denkmustern, das Hinterfragen von alten Glaubenssätzen und einer ganz individuellen Neuorientierung. 

 
 
 
 
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